Sehr geehrte Damen und Herren,
als jemand, der seit über neun Jahren in einer polyamoren Triade lebt – und zwar in der laut aktuellem Stand der Wissenschaft häufigsten Form: eine Frau mit zwei Männern, wobei die Männer keine sexuelle Beziehung haben, finde ich es grundsätzlich gut, dass Sie über Polyamorie schreiben.
Dass ich mich außerdem öffentlich für die Anerkennung von Mehrfachbeziehungen engagiere, ist ein weiterer Grund, dass ich mich darüber freue und ihren Artikel auf meiner Webseite erwähnt habe.
Allerdings könnte der Artikel noch verbessert werden.
Der größte Mangel des Artikels ist aus meiner Sicht, dass der Autor, wie die meisten Menschen, das Monogamie-Paradigma im Kopf hat.
Damit ist er eindeutig nicht auf dem neuesten Stand der Wisssenschaft.
Da kommen gerade in letzter Zeit diverse Studien heraus, die zeigen, dass die angeblichen Vorteile der Monogamie (eben das Monogamie-Paradigma) wissenschaftlich nicht nachweisbar, und die Klischees über Polyamorie falsch sind.
Die Zeitschrift Scientific American empfiehlt sogar Verhaltensweisen polyamorer Menschen als Vorbild für monogame Menschen.
Nicht zuletzt sieht ein kürzlich erschiener Artikel über die erste interntionale akademische Konferenz zu Polyamorie sie als Modell der Zukunft.
Ich weiß nicht, ob Sie das Posten von Links zulassen, und ich füge deshalb die Titel meiner Artikel, in denen ich in deutscher Sprache die in den USA veröffentlichten Studien zusammenfasse.
Sie finden diese auf meiner Seite Polygamie-ist-gut-fuer-Sie. Meines Wissens bin ich der einzige in Deutschland, der bisher über die oben erwähnten Fakten berichtet hat.
Mit freundlichen Grüßen, Viktor Leberecht
Monogamie ist der Polyamorie und Polygamie nicht überlegen (Studie, Conley et. al., University of Michigan)
Vorstellungen der Öffentlichkeit über Polyamorie erneut durch Wissenschaft als Unsinn entlarvt
Scientific American empfiehlt Verhaltensmuster der Polyamorie als Anregung für Monogamie
Polyamorie – ein Anti-Beziehungs-Mangel Modell für die Zukunft